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Heute bei Smart Casual
Was das 60-Dollar-Brot wirklich bedeutet
Market Pulse: So geht’s der Wirtschaft
Frage der Woche
Smart Markets
Was diese Woche noch passiert ist
60-Dollar-Brot: Ein New Yorker Geschäftsmodell

Richtig gutes Brot ist in den USA eine Rarität, wissen die US-Expats unter unseren Leser:innen. Zumindest das, was wir im deutschsprachigen Raum als Brot bezeichnen würden. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum ich die Aufregung über eine österreichische Bäckerei, die 60 US-Dollar für ein Kilo Sauerteigbrot in New York verlangt, nicht verstehe.
Hier einige wirtschaftliche Faktoren, die den Preis beeinflussen: Der Grazer Bäckerunternehmer Martin Auer verwendet für das Brot der neuen Rye-Filiale in New York Bio-Roggen aus Österreich. Die Ernte dieser Getreidesorte war dieses Jahr um sieben Prozent niedriger als 2025. Und der internationale Getreidepreisindex ist derzeit auf dem höchsten Stand seit 2024. Der Roggen unterliegt dem US-Zoll in Höhe von 15 Prozent. Beides wird in den Preis einkalkuliert. Der wichtigste Faktor ist wahrscheinlich der Standort, aber nicht wegen der hohen Miete: Rye hat sich an der Lafayette Street angesiedelt, wo Heidi Klum vor zwei Jahren ihr Pizzarestaurant eröffnet hat. Wer sich hier ansiedelt, will vor allem Hype, Tourist:innen und „Transplants" anziehen, die gerne Schlange stehen. Hier erledigt niemand von den wohlhabenden New Yorker:innen den Wocheneinkauf. Und so entsteht der Preis von 60 US-Dollar. Rechtfertigen die Kostenfaktoren, dass Martin Auer sein Brot zum Fünffachen des österreichischen Preises verkauft? Nein. Aber der Preis hat dafür gesorgt, dass darüber diskutiert wird, sogar in New York.
Die Empörung darüber in deutschsprachigen Medien und Social Media zeigt einmal mehr, dass Business bei uns noch nicht so richtig verstanden und vor allem aus der sozialen Perspektive betrachtet wird. Die New Yorker:innen empören sich hingegen über einen anderen Trend: Private Equity. Viele der Trend-Unternehmen, die hier entstehen, werden von Investor:innen aufgekauft und sterben dann einen langsamen Tod. Ein aktuelles Opfer ist ein Yoga-Studio, das ich selbst gerne besucht habe: Y7 verband Hot Yoga mit Hip-Hop-Beats. Die Kette expandierte dank Risikokapital in andere US-Städte und wurde 2025 an Fitlabs verkauft. Die Gründerin Sarah Larson Levey blieb im Management – bis vor wenigen Wochen. Denn der neue Eigentümer hat das Unternehmen an einen anderen Investor weiterverkauft, und der hat die Studios ohne Vorwarnung abgedreht. Es ist einer der vielen Fälle, warum Private-Equity-Firmen immer mehr zum Feindbild werden: Nicht die Konsument:innen, sondern der Profit steht im Vordergrund. Will Martin Auer sein US-Geschäft Rye also nicht mehr selbst betreiben, wird er dank des Hypes um sein Brot rasch Investor:innen finden.
Es gibt wieder Hoffnung
Die Ergebnisse unserer dritten Smart Casual x Klaiton Market Pulse Umfrage zeigen vor allem Realismus und Optimismus. Die Herausforderungen bleiben, KI soll Kosten senken, und das nächste Jahr mehr Aufträge bringen. Den gesamten Market Pulse Report kannst du hier downloaden. Du möchtest mehr Insights in die wirtschaftliche Entwicklung und Zukunftsthemen in Form von Workshops, Branchenreports und Executive Briefings? Dann kontaktiere mich direkt via [email protected].
Frage der Woche
Das iPhone Duo wird zumindest in der Smart Casual Community kein Verkaufshit. Wie sieht es mit dem Hipster-Brot aus?

Würdest du 50 Euro für ein Sauerteigbrot zahlen?
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📈 Smart Markets
Die Zinsentscheidung der US-Notenbank war der größte Termin der Woche, bewegt hat die Märkte am Ende aber der Ölpreis. Größere Ausschläge gab es insgesamt nicht.
Index | Wert | 7 Tage Performance % |
|---|---|---|
DAX | 26003,32 | -2,13% |
ATX | 6800,72 | 0,21% |
S&P 500 | 7747,71 | 0,47% |
NASDAQ 100 | 29482,32 | 0,17% |
Bitcoin (Euro) | 69884,74 | 1,82% |
🗞️ Was diese Woche noch passiert ist
Russland setzt das Russlandgeschäft des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé und der französischen Supermarktkette Auchan unter temporäre Staatsverwaltung. (Bloomberg)
Die EU fordert von China, die Ausfuhr von Hybridautos freiwillig auf rund 15 Prozent des EU-Markts zu begrenzen. Aktuell liegt der Anteil bei über einem Drittel. (FT)
Zinswende: Die US-Notenbank erhöht den Leitzins erstmals seit Juli 2023, um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent. Dieses Jahr wird noch eine weitere Erhöhung erwartet. (CNBC)
OpenAI sucht vor seinem Börsengang noch eine neue Finanzierung. (Reuters)
Das Nukleartechnologieunternehmen Holtec verschiebt kurzfristig seinen Börsengang aufgrund schwierigerer Marktbedingungen infolge der Ablehnung von KI-Datenzentren. (FT)
Der Panzerhersteller KNDS überlegt laut Berichten, seinen für Herbst geplanten Börsengang ins nächste Jahr zu verschieben. (Handelsblatt)
Jetzt macht sich auch schon König Charles Sorgen um KI, diese Woche traf er unter anderem Nvidia-CEO Jensen Huang. (BBC)
Schönes Wochenende!
LG, Lisa

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